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Hey there,

10 Tage kein Eintrag, aber diesmal gibt’s definitiv mehr zu berichten

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll!

Letztes Wochenende hab ich mein erstes Geld hier verdient indem ich im Laden ausgeholfen hab, weil Jennifer in Auckland auf einer Fortbildung war. Sind immerhin 160$ geworden, genau das Geld das ich vorher für Camping equipment ausgegeben hab.

Die Tage ohne Jen waren auch ein bisschen konfus ^^ Emma sollte für mich ja essen machen, was sie auch getan hat, aber naja, Emma ist nicht sehr gesprächig. Kennt ihr die Szene bei den Simpsons in der Hausmeister Willie seine Eltern in Schottland besucht? Der Dialog geht so:


Willie: Ay.


Seine Eltern: Ay.


Dann gehen alle wieder. Anschließend sagt Willie dass er dieses mal extrem viel mit seinen Eltern geredet hat.

So war Emma auch, very Scottish anscheinend. Sie kommt ja auch aus Edinburgh.

Jedenfalls war's dann am Wochenende so dass ich gar nicht dran gedacht hab, dass sie Essen macht und hab insgesamt vier mal Kaiserschmarrn gegessen. Der hat jedes mal anders geschmeckt und ausgeschaut, obwohl ich immer das gleiche Rezept verwendet hab. Kaiserschmarrn ist mein Gulasch, gell Mama

Naja, auf jeden Fall hat Emma ja immer für mich gekocht, aber immer in der anderen Küche und sie hat nie etwas davon zu mir gesagt. Ich hab das erst erfahren als Jen wieder zurückkam und sich über das ganze Essen gewundert hat das vom Wochenende noch da war. Emma war übrigens sogar in der Küche als ich gekocht hab und hat trotzdem nix gesagt.


Am Dienstag hab ich dann mein Hüttenticket für die Übernachtung reserviert. Eigentlich wollte ich heute gehen, aber die Hütte (die 80 Schlafplätze hat) war schon ausgebucht, also bin ich schon am Freitag los.

Der Zufall spielt manchmal übrigens tolle Spiele Eben an jenem Dienstag nämlich hat Susann, die schon öfters hier bei Jennifer war, angerufen, ob sie nochmal für ein Weilchen vorbei kommen darf. Bei Jen natürlich kein Problem Jen ist eh eher wie eine Tante als eine Chefin.


Sie ist dann Mittwoch früh angekommen, und just an diesem Mittwoch hat Emma verkündet, dass sie am nächsten Morgen nach Wellington fahren wird.

Aber der Zufall meinte es noch besser. Susann ist nämlich auch deswegen hier her gekommen, weil sie ihr Auto verkaufen wollte, welches mittlerweile schon praktisch meins is Ein 91er Volvo 940 GLE, 200.000 Kilometer drauf, und nur 1000$. Ist zwar kein Kombi, hat aber einen riesen Kofferraum in den vier von meinen Rucksäcken reinpassen würden.

Susann hat also Emmas Job übernommen, ich Susanns Auto. Wir haben dann am Abend noch ein bisl Wein getrunken, auch Emma, die brav alle Fragen von Susann beantwortet hat, sonst aber überraschenderweise nichts gesagt hat. Emma hat dann mal das Zimmer verlassen, und als sie nach zehn Minuten nicht zurückgekommen ist haben wir daraus geschlossen, dass sie wohl ins Bett gegangen sein muss. Naja, sie war halt etwas weird und es hat keinen gestört dass sie uns verlassen hat.

Ich versteh mich super mit Susann und es tut gut, mal wieder jemanden um sich zu haben der erstens in meinem Alter ist und zweitens auch noch deutsch spricht. Sie ist hier hergekommen, weil die Leute die ihr versprochen haben, ihr Auto zu verkaufen, das dann irgendwie doch nicht konnten, sie aber schon den Rest ihrer Reise mit dem Bus gebucht hat.

Am Donnerstag Abend kamen dann zwei Freundinnen von Jen zu besuch, und auf jeden Fall kam es da dann zu folgendem Wortwechsel zwischen Susan (nicht Susann) und Jen:


S: I brought you your pot.

J: Pot? Which pot?

S: The pot I borrowed from you some time ago.

J: Oh, pot, of course.

S: Yeah, we should say steel pots.

J: Yes, we should.

S: But I also have some of the other pot here.


Ende der Geschichte war dann, dass Susan und Jen auf dem Sofa im Laden den non-steel pot geraucht haben, und wie es das Schicksal will, konnte Genoveva natürlich genau an diesem Abend nicht schlafen und kommt just zu dieser Zeit um nach Mama zu schauen. Ach ja, Jen raucht natürlich auch sonst überhaupt nicht, gar nie nicht, sie hat mir bestimmt erst hundert mal gesagt, dass sie heute endgültig mit den Zigaretten aufhört. Und wehe wenn Genoveva erfährt, dass Mami raucht!


Freitag war der Tag der ersten Wanderung, gleich mal inklusive Übernachtung.

Es ist irgendwie komisch, wenn man zu einer Bergtour erst um kurz nach zwölf anfängt, seine Sachen zusammenzupacken ^^

Ich hab, nicht genau wissend was mich erwarten wird, einfach mal alles eingepackt, was man vielleicht brauchen könnte und der Rucksack war am Ende etwa zehn Kilo schwer.

Bevor ich endgültig los bin hab ich noch reichlich Essen und Trinken gekauft und bin dann in fast-schon-meinem neuen Auto auf zum Kauaeranga Valley Visitors Centre um mein 15$-Hüttenticket abzuholen und nochmal nachzufragen, wie das mit dem Wetter ist, weil es auf der Hinfahrt geregnet hat. Die Frau dort hat mir versichert, dass es kein Problem ist, aber ich solle meine Regenjacke besser parat haben. Vom Visitors Centre aus gings dann ncoh etwa zehn Kilometer Schotterpiste zum Ausgangspunkt (Kauaeranga Valley Road End). Die Straße wäre echt perfekt für eine Rallye, driften einfach gemacht, Holzbrücken, echt lustig ^^

Es fühlt sich echt komisch an, wenn man erst so spät losgeht, um viertel nach zwei, um genau zu sein. Deswegen hab ich mich auch entschieden, den kürzeren, auf drei Stunden veranschlagten, Weg nach oben zu nehmen (Webb Creek Track). Zu diesem steht in der Beschreibung aus dem Internet folgendes:


On this section you will encounter hundreds of deeply worn packhorse steps in the rock. This is when you discover that a horse’s stride length is different from yours as you miss every other step!


Und ja, es stimmt. Ich hab während dem Trip zweihundertfünfzig Bilder gemacht, von denen zweihundertneunundzwanzig brauchbar waren und die sich jetzt schon alle auf facebook tummeln, also spar ich mir hier die genauere Beschreibung des Weges, auch weil es jetzt schon dreiviertel zwei ist. Alles in allem war der Weg aber nicht allzu anstrengend und ich hab zweieinviertel Stunden bis zur Pinnacles Hut gebraucht. Die Hütte gilt auch zurecht als die luxuriöseste ihrer Art und ist auch die größte der südlichen Hemisphere. Riesige Küche, ein Grill, drei Duschen, drei Klos, achtzig Betten, Veranda mit fünf Tischen und elektrisches Licht.

Es waren drei Familien aus der Umgebung von Auckland da und als ich beim Abendessen eine Dose Herringe (die schreiben das hier mit zwei r) ausgepackt haben, haben alle gleich gewusst, dass ich aus Deutschland bin ^^ Generell hatten alle zu viel zu essen dabei und eine Familie hat Sushi mitgenommen, dass sie dann unter allen aufgeteilt haben. Dazu gab es das mit Abstrand schärfste Wasabi ever. Ich hab ein Stückchen der Größe eines Maiskorns auf mein Sushi getan und es hat mir die Tränen in die Augen getrieben und ich werd bestimmt ein Jahr lang keinen Schnupfen mehr haben so hat das durchgebrannt. Ironischer Weise gab es agrat hier oben das bisher beste Klopapier, dass ich in Neuseeland benutzt hab. Etwas später sind noch zwei Deutsche und eine Österreicherin (Michael, Georg und Lilly) angekommen, die erst um fünf losgegangen sind. Sie sind gemeinsam unterwegs und aus Regionen mit sehr unterschiedlichen Sprachen (Stuttgart, Dresden und Linz). Mit einem österreichischen Dialekt um sich fühlt man sich übrigens viel mehr in den Bergen Die drei haben richtig aufgekocht, mit Salat, Steaks, Gemüse und kompletter Gewürzsammlung. Einer von den Vätern hat gemeint er wollte auch Steak mitnehmen, aber seine Frau hat's ihm verboten. Dafür „musste“ er dann alles aufessen, was die anderen von ihren Steaks nicht mehr geschafft haben. Wir haben dann noch bis kurz vor Mitternacht geratscht und sind dann ins Bett.

Nach gemütlichem Nutellatoastfrühstrück hab ich mich am Samstag morgen um neun auf zum Gipfel gemacht, was nicht sonderlich weit ist. Den Rucksack hab ich dabei in der Hütte gelassen, was sich als sehr richtig erwiesen hat. Der letzte Teil des Weges war mehr gekraxel, aber die Sicht vom Gipfel war fantastisch. Man hat bis auf die andere Seite der Halbinsel aufs Meer gesehen, aber schaut euch einfach die Fotos an.

Dort oben hatte man warum auch immer eine mords Akkustik und man hat ungefähr alle Vögel auf dem Berg gehört.

Für den Abstieg hab ich den langen Weg genommen, der eindeutig der schönere und abwechslungsreichere ist. Teilweise war's recht schlammig, aber nicht so, dass es schlimm gewesen wäre.

Was man noch erwähnen sollte ist, dass man hier meistens nicht einfach mal schnell ein Foto von der Landschaft machen kann, weil links und rechts von den Wegen so viel wächst, dass man kaum durchschauen kann. Aber man erkennt die Stellen, an denen man viel sieht, leicht, weil dort alles totgetrampelt ist.

Das letzte Stück des Weges war durch richtigen Dschungel, und ab und zu stehen noch ein paar Kauribäume rum. Das ist dann in etwa so, man geht durch den Wald, alles so etwa sieben Meter hoch, und auf einmal woooooooooow, steht da ein dreißig Meter Baum.

Als letztes musste man noch den Kauaeranga River (ohne Brücke) überqueren, aber jetzt weiß ich, dass die Schuhe wasserdicht sind, das Wasser aber nicht innen drin stehen bleibt.

Wieder am Parkplatz hab ich mich in den Kofferraum des Volvos gesetzt und noch ein paar Nutellatoasts verdrückt, und auch die drei anderen deutschsprachigen sind kurz nach mir angekommen, obwohl sie erst kurz bevor ich den Weg von der Hütte nach unten angetreten bin sich zum Gipfel aufgemacht haben. Ich bin halt ein paar verwachsene Pfade entlang gegangen, die nicht zum Weg gehört haben, aber auf jeden Fall sehenswert waren, und die zweihundertfünfzig Fotos müssen ja auch irgendwann gemacht worden sein.

Wieder in Thames angekommen bin ich erst nochmal gleich in die Mall und hab mir den Soundtrack zu Into the Wild gekauft, das musste einfach sein. Generell sind CDs hier relativ günstig.

So, das reicht jetzt für heute denk ich.



Anmerkungen:


Der Kühlschrank hier hat einen Butter Conditioner mit drei verschiedenen Stufen

Richtige Kiwis begrüßen sich mit Hebrew.

Ein Eisberg bedroht Neuseeland.

I hob hoit grod nix anders zum doa ghobt.

Hab letzte Woche den ersten und bisher einzigen grantigen Neuseeländer gesehen, sein Name ist Winky.


14.11.09 14:53

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