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Samstag, 5. Dezember


Gestern bin ich von Jennifer aus aufgebrochen in Richtung Südinsel, mit Zwischenstopp at Bryce's. Bis ich endlich losgefahren bin war es dann doch schon wieder viertel nach drei, dann noch ein paar Sachen bei Pack'n'Save besorgen, und schon war's vier.

Die Fahrt zu Bryce's Rock Climbing Café war nicht bergig, enthielt keine plötzlich auftauchenden einspurigen Brücken oder sonstige Gemeinheiten, nicht einmal Kamikazevögel, und verlief bis auf ein paar Extrakilometer auf dem Weg durch Hamilton ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse.

Letztendlich angekommen musste ich feststellen, dass es überhaupt nicht so überbucht ist wie ich gedacht hab, ich war nämlich der einzige dort. Es war ja so, dass ich eigentlich schon Montag dort sein wollte, aber es war bis Donnerstag alles ausgebucht gewesen. Wendy, Bryce's Frau, hat mir dann erzählt, dass das eine Gruppe der Navy war, die einfach alles gebucht hatte.

Etwas später sind noch drei Freunde von Bryce eingetroffen, die ich allerdings nicht wirklich zu Gesicht bekam.

Bryce's Rock Climbing Café ist überraschenderweise speziell auf Kletterer zugeschnitten. Es gibt einen kleinen Boulderraum, die Zimmer sind mit Kletterpostern gepflastert, es gibt den anscheinend einzigen reinen Klettershop und im Café laufen ständig Kletterfilme.

Am Abend hab ich noch etwas im Boulderraum verbracht, kurz mit Bryce geratscht und anschließend um noch ein bisschen Zeit zu verplempern mir noch die letzten beiden South Park-Folgen angeschaut.

Dieser Tag war glaube ich der erste, den es tatsächlich komplett durchgeregnet hat, und Bryce hat gemeint, bei ihnen wäre die letzte Woche die verregnetste seit Jahren gewesen. Regen ist natürlich genau das richtige Wetter, um Klettern zu gehen!

Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht mit dem sicheren Gefühl, dass es bestimmt schon mindestens elf ist, ein Blick auf die Uhr verriet mir aber, dass es noch nicht einmal neun war.

Draußen hat's immer noch nicht wirklich rosig ausgeschaut, weil dicke schwarze Wolken den Himmel für sich beanspruchten und es war auch ziemlich kühl.

Nach einem ausgiebigen Frühstück von ganzen zwei Nutella-Toasts (zwei weitere hab ich zwar getoastet, aber nicht mehr geschafft) warf ich einen Blick in den Shop und hab dort dann auch ziemlich an Geld gelassen. 459$ Seil, 375$ Crashpad, 12 Expressen à 19.90$, 29.90$ Ropebag und 50$ für die beiden Übernachtungen machen satte 1152.70$, umgerechnet 555 Euro und einen Cent.

Das ganze Equipment muss man natürlich gleich richtig ausprobieren, und ich war ja zufällig gerade in einem der besten Klettergebiete Neuseelands.

Bryce meinte, dass etwa acht bis zehn Kletterer an Froggat Edge, der Hauptwand hier, wären, und dass es normalerweise kein Problem sei, einfach dort hinzufahren und bei irgendjemandem mitzuklettern. Um kurz vor zwölf also gratis Guide (ein selbstgedrucktes Geheft aus DinA4-Blättern) gepackt, rein ins Auto und los geht’s, die drei Kilometer zur Froggat Edge. Um dort hinzugelangen muss man auf privates Farmland, aber seit vor ein paar Jahren der Besitzer von Castle Rock, einem Klettereventanbieter hier vor Ort das ganze gekauft hat, ist das ganze beschildert und man muss auch nicht mehr um Erlaubnis fragen. Einzig das Metallgitter am Beginn der Zufahrt muss man hinter sich schließen. Froggat Edge besteht aus insgesamt elf Wänden mit über hundertdreißig Routen und ist nur eines von fünf Klettergebieten im Umkreis von wenigen Kilometern.

Die erste Zeit hat sich leider niemand zum Mitklettern gefunden und so hab ich mich etwas umgeschaut, gegen dreiviertel zwölf allerdings ist ein Pärchen aus Flandern, Jan und Jurke (keine Ahnung ob man das so schreibt) angekommen, mit denen ich den Rest des Tages verbringen und endlich zum ersten Mal an richtigem Fels (Ignimbrite, also das selbe wie am Hot Water Beach) klettern konnte. Aufgrund der Sprache hab ich erst gedacht, sie wären Schweizer, mit den vielen harten Chs, aber es hört sich insgesamt eher an wie eine Mischung aus Schwitzerdütsch und Holländisch mit dänischem Akzent, definitiv liebenswert ^^

Dabei hab ich jetzt auch die Grundbegriffe des Kletterns auf Englisch sowie den Umgang mit dem ATC gelernt und dass es draußen einfach besser ist als in der Halle. Die beiden anderen waren auch noch eher Anfänger, was eigentlich ganz gut gepasst hat.


Angefangen haben wir an der achtzehn Meter hohen Slug Wall mit einer hübschen 15 (VI nach UIAA) namens Ninja zum warm werden, um dann noch die 16er (VI) Spiny Norman und die 17er (VI+) Snarf. Die ersten beiden bin ich vorgestiegen, die letzte Jan. Alle Routen hatten in etwa eine leicht knifflige Stelle, aber der Rest war angenehm. Da das Klettern hier hauptsächlich aus netten pockets besteht, hat man sehr deutlich gemerkt, dass die letzte Woche extrem verregnet war, weil man in den meisten noch hübsch Wasser gefunden hat und die ersten eineinhalb Meter des zweiten Teils von Spiny Norman waren so glitschig, dass man die Füße einfach vergessen konnte.

Bei Snarf hat sich Jan dann noch verklettert und ist irgendwo im Nirgendwo rausgekommen, und das obwohl Snarf nur acht Meter lang ist ^^ Mit einigen Mühen hat es dann aber auf Umwegen wieder zurück geschafft.

Das Wetter hatte sich bis dahin wirklich gebessert und es war für Neuseelandverhältnisse überraschend viel blauer Himmel, was aber auch bedeutete, dass die Sonne ohne Erbarmen auf uns runterbrannte, trotz nur etwa zwanzig Grad (was so brennt wie in Deutschland etwa siebenundzwanzig Grad).

Gut aufgewärmt machten wir uns auf zum Main Cliff, das immerhin schon fünfundzwanzig Meter hoch ist und auch einige sehr schwierige Routen beherbergt. Also haben wir den Guide rausgeholt und erst noch einmal nach einer einfacheren Route geschaut, allerdings wollten wir uns auf der Abbildung der Wand am Anfang nicht so ganz zurechtfinden, da vor allem an der Wand viel mehr Routen geschraubt als auf dem Führer angezeigt waren.

Wir haben uns dann aber doch eine 16er ausgeguckt, um auf der höheren wand nicht zu schwer einzusteigen.

Ich hab wieder den Vorstieg gemacht, und bis auf den bouldertypischen Einstieg waren die ersten zehn, zwölf Meter auch relativ einfach. Allerdings hat der Schwierigkeitsgrad dann plötzlich deutlich angezogen und so langsam hab ich es auch schon immer mehr in den Unterarmen gespürt. Mit ein paar Pausen bin ich noch bis circa drei Meter beziehungsweise eineinhalb Expressen unterhalb des Endes gekommen, aber weiter ging es einfach nicht mehr. Jan hat mich dann abgelassen und unten ist mir aufgefallen und sich selbst an der Route versucht, auch um meine Expressen einzusammeln und das ganze in eine Top Rope umzuwandeln. Bei ihm war allerdings schon eine Expresse früher Schluss, und so blieb die letzte vorerst mal dort oben. Als er auch wieder unten war ist uns bei einer genaueren Betrachtung des Führers dann aufgefallen, dass das Main Cliff gleich zwei Seiten für sich beansprucht, die beide unterschiedliche Teile beschreiben und ihre eigenen Abbildungen haben. Die Zeichnung auf der anderen Seite machte plötzlich viel mehr Sinn, und auch dass die Route ein paar Grade höher eingestuft war. Sie trägt übrigens den hübschen Namen „Terror Incognito“; sehr passend, sehr incognito. Die kurze Anmerkung zu der Route, für die wir sie ursprünglich hielten, hat allerdings tatsächlich auch weitestgehend gepasst; power moves at the base and slabe move at the top.

Nun hatten wir das Problem mit der einen Expresse, die da oben noch baumelte.

Zum Glück kann man auch alle Wände hochgehen, sodass Jan eine Top Rope mit meinem Seil installieren konnte, wenn auch mit einigem Aufwand.

Zuerst hab ich nochmal versucht hochzukommen, aber war schon zu ausgelaugt, aber auch Jan und Jurke haben es nicht geschafft. Hm, dumm.

Nach einigem Hin und Her zwecks Abseilen, was dann doch keiner gemacht hat, hat Jan gemeint, er wolle es noch einmal versuchen, und mit ein paar Pausen hat er's tatsächlich bis zu der Expresse geschafft, auch wenn er beim letzten Teil wieder von der eigentlichen Route abgekommen ist, wo diesmal aber zumindest eine andere war.

Endgültig ausgepowert haben wir unsere Sachen gepackt und sind zurück zu den Autos, wo wir uns dann verabschiedet haben.

Diesmal hat mich der Blick auf die Uhr in die andere Richtung überrascht. Es war tatsächlich schon sieben! Ich hätte mit maximal fünf gerechnet, aber die ganze Expressenaktion hat wohl um einiges mehr Zeit verschlungen als gedacht.

Finally back to Bryce's, duschen, abendessen und gleich den Eintrag schreiben, damit ich nicht wieder alles vergesse, was eigentlich hier rein sollte. Beim Abendessen ist mir dann aufgefallen, dass ich den ganzen Tag nur vier Nutella-Bananen-Toasts, vier Cookies und einen Apfel gegessen hab, und während dem Schreiben jetzt fallen mir immer mehr Sachen ein, die ich noch schnell einfügen will, weswegen es jetzt immer später und später wird.

7.12.09 22:32

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


... in die Schule! (10.12.09 01:14)
Hey Sevi!
Muss jetzt mal wieder von mir hören lassen, da ich ne ganze Zeit nich dazu gekommen bin deine Blogs zu lesen^^
Wie ich sehe taugts dir ja voll und wenn ich des so lese werd ich richtig eifersüchtig wie geil du's hast.
Mein Lichtblick is dafür ein DSA-Freitag mit Seppi, Claudio, Steve und Timo (der jetzt doch nich kann weil er mal wieder auf nen Geburtstag muss :P)
Wird sicher lustig. Wir spielen das alte weiter und dein Charakter wird natürlich nicht vergessen, alter Freund
Is ja genau des Richtige für dich: Klettern, Wandern, Nutellatoasts... Ich glaub ich würd eher bei einem Pot mit Jen und Susan verwahrlosen ^^
Naja also dann noch weiterhin viel Spaß und bleib gesund! Man sieht/liest sich und lass krachen!


Annemike (10.12.09 14:03)
Hi Sevi!!

Machst mich echt neidisch, will auch weg! Dagegen ist Uni richtig doof!!
Aber hauptsache du hast Spass!

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